Ein veränderter Lern- und Leistungsbegriff

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Wir leben in einer Gesellschaft, die eine Flut von Wissen hervorbringt. Die immer neuen Informationen tragen u.a. dazu bei, dass die Kindheit sich in den letzten Jahrzehnten massiv gewandelt hat.

Diese Veränderungen verlangen von uns Lehrerinnen einen veränderten Unterricht. Es ist unmöglich – und auch nicht wünschenswert – den Kindern alle vorhandenen Erkenntnisse beizubringen. Neben dem fachlich-inhaltlichen Lernen geht es vor allem darum, den Schüler/innen die selbstständige Informationsbeschaffung und -aneignung zu vermitteln.

Durch Projekte und Freiarbeitsphasen wollen wir dieses eigenverantwortliche Arbeiten fördern. Daraus ergibt sich ein individuelles Lernen, welches auch den unterschiedlichen Lernentwicklungen der Kinder zugute kommt, da sowieso nicht alle Schüler/innen zum gleichen Zeitpunkt und im gleichen Zeitraum gleiche Leistungen erbringen können.

Aber auch Teamfähigkeit wird mit den Jungen und Mädchen eingeübt und von ihnen eingefordert. Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe bei der Bewältigung von Aufgaben wird nicht nur in der Wirtschaft immer stärker gefordert.

Verändertes Arbeiten verlangt auch erweiterte Anforderungen an erbrachte Leistungen. Zum einen wird erwartet, dass die Kinder selbstständig ihre gewählten Aufgaben beharrlich zu Ende führen, zum anderen wird aber auch ein Miteinander eingefordert. Diese Kompetenzen fließen in die Leistungsbewertung mit ein, deren Kriterien den Kindern in Lerngesprächen und Lernberatungen (auch der Kinder untereinander) offen gelegt werden.

Zusätzlich zur Beurteilung der Lehrerin sollte eine Selbstbeurteilung der Schüler/innen stattfinden. Sie dient der Reflexion der eigenen Arbeit und Leistung mit dem Ziel, das eigene Lernverhalten besser kennen zu lernen und zu steuern. Die eigene Leistungsfähigkeit kann dann eher realistisch eingeschätzt werden, was wiederum eher Erfolg versprechende Handlungen erwarten lässt.

Auch wenn keine pädagogisch geleitete Selbstbeurteilung stattfindet: Schüler/innen beurteilen sich immer. Ohne eine entsprechende Begleitung besteht aber die Gefahr, dass dies unreflektiert und realitätsfern geschieht und ungeeignete Erklärungsmuster und Selbstbilder zurechtgelegt und zementiert werden.

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